Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht Berlin

Informationen zur Kündigung/ Klage / Abfindung von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Andreas Martin

Nachfolgend erhalten Sie Informationen über die Erhebung einer Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht Berlin.

Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Marzahn-Hellersdorf

Kündigung – was nun?

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Arbeitsgericht Berlin – Kündigungsschutzklage erheben

Zur Kündigungsschutzklage selbst hatte ich ja bereits umfangreiche Ausführungen gemacht.  Auf dieser Seite soll es nun um die Besonderheiten der Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht Berlin gehen.

Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht Berlin erheben

Die Kündigungsschutzklage ist wie bei jedem anderen Arbeitsgericht auch beim Arbeitsgericht Berlin innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung zu erheben.

Tipp: Der Arbeitnehmer sollte von daher immer das Datum der Zustellung der Kündigung notieren!

Achtung!: Es kommt nicht auf das Datum der Kündigung an, sondern das Datum der Zustellung (Erhalt der Kündigung).

Die Klage muss also innerhalb von drei Wochen beim Arbeitsgericht Berlin eingehen.  Zur Wahrung dieser Frist ist auch erforderlich, dass die Zustellung der Klage „demnächst“ erfolgt. Dies ist nur dann möglich, wenn die Anschrift des Arbeitgebers richtig angegeben wird  und die Klage vollständig ist.

In der Klage sollte genau angegeben werden, gegen welche Kündigung des Arbeitgebers der Arbeitnehmer vorgehen möchte.  Kündigt der Arbeitgeber außerordentlich fristlos und hilfsweise ordentlich, der liegen genau genommen zwei Kündigungen in der Kündigungserklärung, gegen die sich der Arbeitnehmer (also gegen beide)  wehren müsste. Dies wird oft übersehen.

Beispiel: Hiermit kündige ich Ihnen das zwischen uns bestehende Arbeitsverhältnis fristlos aus außerordentlichem Grund, hilfsweise ordentlich zum nächstmöglichen Termin.

Hier liegt eine außerordentliche und eine (hilfsweise) ordentliche Kündigung vor (also 2 Kündigungen!)

Der Arbeitgeber muss richtig bezeichnet werden. Dies ist in der Praxis oft ein Problem, wenn Arbeitnehmer die Kündigungsschutzklage selbst einreichen. Bei Einzelfirmen ist der Inhaber der Firma zu verklagen.

Tipp: Die Gaststätte “Zur Post” ist nicht der Arbeitgeber, sondern z.B.  Herr Klaus Meyer als Inhaber der Einzelfirma der Gaststätte “Zur Post”. 

Der Arbeitnehmer kann die Kündigungsschutzklage selbst einreichen oder über einen Rechtsanwalt. Dies muss schriftlich erfolgen. Eine Klageerhebung nur per Fax oder per E-Mail (elektronisch) ist nicht wirksam möglich. Dies sollte auf jeden Fall beachtet werden. Der Klage sind 2 Abschriften beizufügen. Wird die Frist versäumt, dann ist nur in Ausnahmefällen eine nachträgliche Zulassung (“Wiedereinsetzung”) möglich. Die Unkenntnis von der 3-Wochenfrist schütze den Arbeitnehmer nicht.

Hinweis: Die Kündigungsschutzklage muss schriftlich erhoben werden. Der Klage sind 2 Abschriften beizufügen.

Der Klage sollten als Anlagen immer folgende Dokumente beigefügt werden:

  • Arbeitsvertrag in Kopie
  • angegriffene Kündigung in Kopie
  • letzten 3 Lohnabrechnungen in Kopie

Die Kündigung sollte immer der Klage beigefügt werden. Damit klar ist gegen welche Kündigung sich der Arbeitnehmer wehrt. Falls der Arbeitgeber falsch bezeichnet ist, kann im besten Fall der Richter des Arbeitsgericht dies noch korrigieren und die richtigen Angaben aus der Kündigung entnehmen.

Falls der Arbeitnehmer mehrere Kündigungen (auch wenn diese gleichlautend sind) erhalten hat, muss er sich immer gegen alle Kündigungen wehren.

Rechtsantragstelle beim Arbeitsgericht Berlin

Beim Arbeitsgericht Berlin gibt es auch eine –  ganz gut –  funktionierende Rechtsantragsstelle.  Hier kann der Arbeitnehmer, der sich anwaltlich nicht vertreten lassen möchte oder kann, selbst die Kündigungsschutzklage erheben. Der Vorteil der Klage über die Rechtsantragsteller beim Arbeitsgericht Berlin liegt darin, dass keine Kosten hierfür entstehen.

Tipp: Eine kostenlose Klageerhebung kann über die Rechtsantragsteller beim Arbeitsgericht Berlin erfolgen.

Die Rechtsantragstelle fertigt nach den Angaben und Unterlagen des Arbeitnehmers der Kündigungsschutzklage. Eine Rechtsberatung oder Vertretung erfolgt aber nicht!

Achtung: Die Rechtsantragsteller berät und vertritt den Arbeitnehmer nicht im Gerichtsverfahren.

Die Öffnungszeiten der Rechtsantragsstelle sind zu beachten.  An einen Tag in der Woche hat die Antragsteller auch –  für berufstätige Personen –  länger geöffnet.

Der Arbeitnehmer sollte zu diesem Termin auf jeden Fall folgende Unterlagen mitnehmen

  • Arbeitsvertrag
  • die letzten drei Lohnabrechnung
  • die Kündigung
  • und Unterlagen zur Prozesskostenhilfe, sofern diese beantragen möchte.

Um Kopierkosten zu vermeiden, sollte der Arbeitnehmer/ Antragsteller bereits die obigen Unterlagen 2-fach kopiert mitbringen. Originale muss man bei Gericht in der Regel nicht einreichen.

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Rechtsanwaltszwang vor dem Arbeitsgericht?

Beim Arbeitsgericht Berlin gibt es auch eine –  ganz gut –  funktionierende Rechtsantragsstelle.  Hier kann der Arbeitnehmer, der sich anwaltlich nicht vertreten lassen möchte oder kann, selbst die Kündigungsschutzklage erheben. Der Vorteil der Klage über die Rechtsantragsteller beim Arbeitsgericht Berlin liegt darin, dass keine Kosten hierfür entstehen.

Tipp: Eine kostenlose Klageerhebung kann über die Rechtsantragsteller beim Arbeitsgericht Berlin erfolgen.

Die Rechtsantragstelle fertigt nach den Angaben und Unterlagen des Arbeitnehmers der Kündigungsschutzklage. Eine Rechtsberatung oder Vertretung erfolgt aber nicht!

Achtung: Die Rechtsantragsteller berät und vertritt den Arbeitnehmer nicht im Gerichtsverfahren.

Die Öffnungszeiten der Rechtsantragsstelle sind zu beachten.  An einen Tag in der Woche hat die Antragsteller auch –  für berufstätige Personen –  länger geöffnet.

Der Arbeitnehmer sollte zu diesem Termin auf jeden Fall folgende Unterlagen mitnehmen

  • Arbeitsvertrag
  • die letzten drei Lohnabrechnung
  • die Kündigung
  • und Unterlagen zur Prozesskostenhilfe, sofern diese beantragen möchte.

Klage auf Abfindung zum Arbeitsgericht?

Wenn der Arbeitnehmer sich gegen eine Kündigung des Arbeitgebers wehren möchte, dann bleibt ihm nur die Möglichkeit der Erhebung der Kündigungsschutzklage. In Berlin ist das zuständige Arbeitsgericht das Arbeitsgericht Berlin.

Eine Klage auf Abfindung ist theoretisch möglich, kommt aber nur in ganz wenigen Ausnahmefällen in Betracht. Der Normalfall ist die Erhebung der Kündigungsschutzklage. Die Kündigungsschutzklage ist aber nicht auf eine Abfindung gerichtet, sondern auf Feststellung, dass die Kündigung des Arbeitgebers unwirksam (§ 4 Kündigungsschutzgesetz) ist und das Arbeitsverhältnis von daher fortbesteht.

Tipp: Wer eine Abfindung möchte, muss eine Kündigungsschutzklage einreichen!

Fakt ist aber auch, dass ein Großteil der Arbeitnehmer, die eine Kündigung des Arbeitgebers erhalten haben, kein Interesse mehr an einer Weiterarbeit haben. Dies ist sogar der Normalfall. Die meisten Arbeitnehmer möchten eine Abfindung vom Arbeitgeber. Das Vertrauen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber wird oft durch die Kündigung des Arbeitgebers zerstört.

Achtung: In der Güteverhandlung beim Arbeitsgericht Berlin werden oft Abfindungen vereinbart.

Darüber hinaus ist es so, dass viele Arbeitnehmer von Arbeitskollegen oder auch aus den Medien erfahren, dass immer wieder Abfindungen vor dem Arbeitsgericht gezahlt werden. Dieser Eindruck täuscht auch nicht. In der Praxis werden oft Kündigungsschutzklagen erhoben und ein Großteil dieser Klagen wird im Gütetermin erledigt und zwar durch Zahlung einer Abfindung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer. So ist es auch beim Arbeitsgericht Berlin. Es ist auch so, dass das Gericht selbst ein Interesse an einer Erledigung des Rechtsstreits im Gütetermin hat und selbst oft auf die Zahlung einer Abfindung drängt.

Achtung: Es besteht nur selten ein Anspruch auf Zahlung einer Abfindung!

Allerdings ist der Arbeitgeber in den meisten Fällen nicht verpflichtet eine Abfindung zu zahlen. Ein Ausnahmefall ist das sogenannte Auflösungsantrag, der aber oft kaum eine Chance hat.

Trotzdem werden viele Abfindungen gezahlt. Der Grund ist der, dass der Arbeitgeber im Kündigungsschutzverfahren, bei dem das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet, oft nicht sehr gute Chancen hat. Er möchte aber auch das Verfahren nicht verlieren und von daher bietet sich eine Einigung an. Auch Arbeitgeber wissen, dass für Arbeitnehmer eine Abfindung oft erstrebenswert ist, um das Verfahren zu beenden. So kommt es dann dazu, dass man über die Höhe einer Abfindung sehr oft in der Güteverhandlung beim Arbeitsgericht Berlin verhandelt.

Rechtsanwalt im Kündigungsschutzverfahren beauftragen?

Die Frage, ob man einen Rechtsanwalt für die Erhebung der Kündigungschutzklage vor dem Arbeitsrecht Berlin benötigt, kann ich für jeden Fall beantwortet werden. In der Regel ist die Vertretung durch einen Rechtsanwalt aber auf jeden Fall sinnvoll. Dies alleine schon deshalb, dann nur der Anwalt in der Regel einschätzen kann, wie Erfolgsaussichten in der Sache sind und dieses Voraussetzung dafür, dass man auch eine erfolgreiche Verhandlung im Bezug auf eine Abfindung oder andere Erledigung des Rechtsstreites führen kann.  Ein Rechtsanwalt, insbesondere ein Fachanwalt für Arbeitsrecht,  sollte von daher in der Regel beauftragt werden.  Im Notfall können die Kosten über Prozesskostenhilfe  mit Anwaltsbeiordnung finanziert werden.

Fachanwalt für Arbeitsrecht

Die Einschaltung eines Fachanwalt für Arbeitsrecht garantiert nicht,  dass das Fall zur Zufriedenheit des Mandanten erledigt wird.  allerdings kann man voraussetzen, dass ein Fachanwalt für Arbeitsrecht über besondere Kenntnisse und Erfahrungen im Arbeitsrecht verfügt, die notwendig für die Führung eines erfolgreichen Kündigungsschutzverfahren sind.  Die gleichen Voraussetzungen kann aber auch einen Rechtsanwalt erfüllen, der überwiegend im  Arbeitsrecht tätig ist.

Prozesskostenhilfe zur Finanzierung möglich?

Das Kündigungsschutzverfahren vor dem  Arbeitsgericht Berlin kann man insbesondere über eine Rechtsschutzversicherung, und wenn diese nicht vorhanden ist, über  Prozesskostenhilfe (PKH)– diese wird häufig falsch als Prozesskostenbeihilfe bezeichnet – unter Beiordnung eines Rechtsanwaltes finanzieren.

In der Regel wird hier ein Rechtsanwalt beigeordnet.  Auch wenn kein  Anwaltszwang besteht, geht man in der Regel beim  Arbeitsgericht Berlin davon aus, dass die Beiordnung eines Rechtsanwaltes hier notwendig ist.  Dies ist nicht automatisch bei jedem Rechtsstreit so. Beim Arbeitsrecht Berlin gibt es zum Beispiel häufig Probleme einer Beiordnung eines Rechtsanwalts für eine Lohnklage, sofern der Lohn außergerichtlich unstreitig war und abgerechnet wurde. Beim Kündigungsschutzverfahren wird es diese Probleme aber der Regel nicht geben, es sei denn es liegt ein völlig aussichtsloser oder mutwilliger Fall vor.

Voraussetzung ist aber immer, dass der Arbeitnehmer nicht genug finanzielle Mittel zur Verfügung hat, um die Klage selbst zu finanzieren. Die PKH kann aber auch mit Ratenzahlung gewährt werden. Auch muss der Arbeitnehmer innerhalb von 4 Jahren ab Abschluss des Verfahrens Auskunft über sein Einkommen erteilen.

Rechtsschutzversicherung und Kündigungsschutzklage

Die Erhebung der Kündigungsschutzklage zum Arbeitsgericht Berlin ist oft mit nicht unerheblichen Anwaltskosten verbunden. Den Rechtsanwalt/ Fachanwalt für Arbeitsrecht muss der Arbeitnehmer aber in der ersten Instanz immer selbst bezahlen; auch wenn er das Kündigungsschutzverfahren gewinnt!

Achtung: Der Arbeitnehmer muss seinen Anwalt für das Kündigungsschutzverfahren selbst bezahlen! Eine Kostenerstattung gibt es erst ab der 2. Instanz, also erst ab dem Berufungsverfahren vor dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg.

Die Rechtsanwaltsgebühren richten sich für das Verfahren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Dort sind sog. gesetzliche Mindestgebühren geregelt, die beim Kündigungsschutzverfahren abhängig vom Streitwert sind. Den Streitwert legt das Gericht am Schluss des Kündigungsschutzverfahrens fest; in Berlin meist über eine sog. Absichtserklärung zum Streitwert. Trotzdem kann man aber bereits vor Beginn des Verfahrens ungefähr die Höhe der Anwaltsgebühren abschätzen; dafür gibt es Tabellen mit den Streitwerten. Der Streitwert ist abhängig vom Bruttomonatsverdienst des Arbeitnehmers (3-facher Verdienst).

Achtung: Die gesetzlichen (Mindest-) Anwaltsgebühren im Kündigungsschutzverfahren können durchaus zwischen € 1.000 und € 3.500 betragen.

Eine Rechtschutzversicherung, die eben auch für das Arbeitsrecht (rechtzeitig) abgeschlossen wurde, übernimmt in der Regel diese Anwaltsgebühren. Oft ist nur problematisch, dass die Wartezeit der Rechtschutzversicherung noch nicht abgelaufen ist; diese beträgt wenigstens 3 Monate (oft 6 Monate). Der Abschluss einer Rechtschutzversicherung für Arbeitsrecht (für ein Kündigungsschutzverfahren) nach Erhalt der Kündigung bringt nichts! Die Wartezeit muss immer eingehalten werden.

Achtung: Wenn die Arbeitsrechtschutzversicherung greift, dann hat der Arbeitnehmer/ Mandant freie Anwaltswahl!

Wenn aber die Rechtschutzversicherung für Arbeitsrecht/ Kündigungsrecht greift, dann hat der Versicherungsnehmer/ Arbeitnehmer eine freie Anwaltswahl. Er muss nicht den Rechtsanwalt nehmen, der von der Versicherung vorgeschlagen wird; der oft nicht in unmittelbarer Nähe des Arbeitnehmers wohnt. Der Arbeitnehmer/ Versicherungsnehmer kann sich also den Rechtsanwalt/ Fachanwalt für Arbeitsrecht selbst aussuchen. Der ausgewählte Anwalt wird dann die Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht Berlin einreichen und sich sofort in Kontakt mit dem Rechtschutzversicherer setzen und dort sich nochmals die Deckungszusage einholen. Dies macht man oft auch bereits zuvor telefonisch.

Tipp: Der Arbeitnehmer sollte immer vor den Anwaltsberuf bei der Schadenhotline des Rechtschutzsversicherers anrufen und dort nachfragen, ob Rechtschutz für das Kündigungsschutzverfahren besteht.

Ein Anruf bei der Schadenhotline der Rechtschutzversicherung macht Sinn (auf keinen Fall beim Makler anrufen; der kennt sich oft nicht aus), um zuvor die Sicherheit zu haben, dass die Versicherung greift. Wenn dies der Rechtsanwalt im Beratungsgespräch macht, dann sind bereits Kosten entstanden und wenn dann die Versicherung nicht greift, muss diese der Arbeitnehmer bezahlen.

Ablauf des Kündigungsschutzverfahrens vor dem Arbeitsgericht Berlin

Das Kündigungsschutzverfahren vor dem  Arbeitsgericht Berlin läuft in der Regel wie folgt ab:

Klagezustellung/ Terminsbestimmung

Sofern die Klage beim Arbeitsgericht eingeht, wird diese in der Registratur erfasst und dem zuständigen Richter vorgelegt.  Dabei ist zu beachten, dass beim Arbeitsgericht Berlin diverse Fachkammern existieren, deren Richter sich mit speziellen Fallgebieten beschäftigen.

Es gibt beim Arbeitsgericht Berlin  einen Geschäftsverteilungsplan, der regelt wie die einzelnen Recht Streitigkeiten auf die Kammern zu verteilen sind.

So gibt es zum Beispiel beim   Arbeitsgericht Berlin Fachkammern für:

  • Handel
  • öffentlicher Dienst
  • Metallberufe
  • Baugewerbe
  • Nahrungs- und Genussmittelindustrie
  • Fuhr- und Verkehrsbetriebe
  •  und Kostensachen

Der Richter der jeweiligen Kammer  wird sodann  die Klage kurz auf Schlüssigkeit überprüfen und dann die beglaubigte und einfache Abschrift der Klage an die Gegenseite /  den Arbeitgeber zu stellen.

Dies geschieht fast immer zusammen mit einer Ladung zum  Gerichtstermin.

Dabei handelt es sich um die Ladung zum Gütetermin /  zu Güteverhandlung.In der Regel wird der Termin sehr kurzfristig anberaumt, meist 3-4 Wochen nach dem Klageeingang /  Eingang der Kündigungsschutzklage.Gleichzeitig wird das Gericht auch, die Terminplanung an den Kläger bzw. dessen Rechtsanwalt übersenden.

In der Ladung steht, ob das Gericht besondere Hinweise in der Sache gibt und  ob das persönliche Erscheinen des Arbeitnehmers /  Klägers  angeordnet wird.

persönliches Erscheinen zur Güteverhandlung

Der Richter beim Arbeitsgericht trifft vor Übersendung der Ladung zum Gütetermin die Entscheidung, ob der Kläger und / oder der Beklagte zum Gütetermin persönlich erscheinen müssen.

Diese Frage stellt sich allerdings-logischerweise-nur dann, wenn die jeweilige Partei anwaltlich vertreten ist.

Es versteht sich von selbst, dass der Kläger oder der Beklagte ohne Rechtsanwalt  selbstverständlich zum Termin erscheinen muss.

Haben aber eine oder beide Parteien einen Rechtsanwalt stellt sich die Frage,  ob die Partei neben dem Rechtsanwalt zum Termin erscheinen muss.  Dies nennt man auch das persönliche Erscheinen (der Partei).

Hierzu gibt es sehr häufig Nachfragen  von den Mandanten.  Dazu tragen auch die nicht gerade verständlichen Formulierungen in den Ladungen des Gerichtes bei.

Grundsätzlich kann man dazu folgendes sagen: 

Die Partei (also der Kläger oder der Beklagte) muss zum Termin neben ihren Rechtsanwalt erscheinen,  wenn das Gericht ihr persönliches Erscheinen angeordnet hat.

Die Anordnung des persönlichen Erscheinens kann man aus der Ladung selbst entnehmen.

Dort steht dann „Das persönliche Erscheinen des Klägers wird zur Sachaufklärung angeordnet.“. 

Steht dies in der Ladung nicht,  braucht die anwaltlich vertretene Partei in der Regel nicht zum Termin zu erscheinen.

Auch ist typisch, dass die Partei, deren persönliches Erscheinen angeordnet wurde auch selbst – also  neben dem Rechtsanwalt –  eine eigene Ladung des Gerichtes erhält.

Die Mandanten Fragen dann immer,  ob man sich nicht hierbei vertreten lassen kann, da in die Ladungen  nicht ganz verständliche Texte enthalten sind, wonach man nicht erscheinen muss, wenn man einen  Vertreter schickt,  der zur  Sachverhaltsaufklärung  in der Lage  ist und zu den Vergleichsverhandlungen bevollmächtigt ist.  wenn die Mandantin hier von einem Vertreter reden, dann meinen sie fast immer den Rechtsanwalt.  dies ist allerdings nicht so einfach.  Wenn der Rechtsanwalt von vornherein einer solcher Vertreter wäre, der könnte sich das Gericht  die Anordnung des persönlichen Erscheinen sparen.

Der beauftragte Rechtsanwalt ist in der Regel kein solcher Vertreter.  Dies alleine schon deshalb, deinen Sachverhalt in der Regel auch nur indirekt über die Mandanten erfährt.  weitergehende Fragen zum Sachverhalt wird der Rechtsanwalt in der Regel nicht beantworten können. Dazu soll aber der „Vertreter“ in der Lage sein.

Erscheint der Mandant nicht, dann kann das Gericht ein Ordnungsgeld festsetzen. Dies geschieht aber selten und ist auch häufig unzulässig.

Gütetermin beim Arbeitsgericht Berlin

Der Gütetermin oder auch Güteverhandlung genannt ist die erste Gerichtsverhandlung nach Erhebung der Kündigungsschutzklage.

Hier werden in den weitaus meisten Fällen Einigungen der Parteien erzielt, so dass bereits im Gütetermin der Rechtsstreit durch Vergleich erledigt wird.

Die Güteverhandlung dient dazu, dass sich der Richter einen Überblick über den Sachverhalt verschafft und Vergleichsmöglichkeiten der Parteien  erörtert.

Beim Arbeitsgericht Berlin  setzt man maximal 15 Minuten für jeden Gütetermin an.  Die Verhandlung ist öffentlich.Der Gütetermin läuft in der Regel so ab, dass der Richter die Anwesenheit der Parteien und ihrer Rechtsanwälte feststellt und dann in den Streitstand einführt.  Der Richter trägt also kurz den Sachverhalt vor.  deinen Sachverhalt in der Regel allein aus der Kündigungsschutzklage kennt und in der Regel die Gegenseite vor dem Gütetermin noch nicht auf den Schriftsatz erwidert hat, was auch völlig normal ist, fragt er sodann den Beklagten bzw. dessen Rechtsanwalt was dieser zum Sachverhalt zu sagen hat, insbesondere weshalb die Kündigung erfolgte.

Zeitlicher Ablauf des Kündigungsschutzverfahrens

  • Gegenwart

    Einreichung Kündigungsschutzklage

    Der Arbeitnehmer reicht die Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht ein.

  • 3-4 Wochen später

    Zustellung der Klage durch das Arbeitsgericht

    Das Arbeitsgericht Berlin stellt die Kündigungsschutzklage dem Arbeitgeber zu.

    3-4 Wochen später

  • 3- 4 Wochen nach Klageeinreichung

    Termin zur Güteverhandlung wird anberaumt

    Das Arbeitsgericht Berlin lädt zusammen mit der Klagezustellung zum Gütetermin, der 5 – 6 Wochen nach Klageeinreichung anberaumt wird.

  • 5- 6 Wochen nach Klageeinreichung

    Termin zur Güteverhandlung findet statt

    Der Gütetermin findet statt. Hier versucht man eine Einigung zu finden. Meist wird ein Vergleich geschlossen.

    5- 6 Wochen nach Klageeinreichung

  • 3- 4 Monate nach dem gescheiterten Gütetermin

    Termin zur Kammerverhandlung findet statt

    Scheitert der Gütetermin findet ein Kammertermin statt. Das Gericht entscheidet hier – oder in einem späteren Termin – durch Urteil.